Beleuchtung ist neben Heizung, Lüftung und Klimatisierung einer der Hauptkostenfaktoren im Gebäudebetrieb. In diesem Tutorial stellen wir Ihnen die Grundlagen der Nutzung von DOMIQ/Light vor – einem Modul, mit dem Sie ein kostengünstiges und effizientes Beleuchtungssteuerungssystem aufbauen können. Im weiteren Verlauf dieses Tutorials zeigen wir den Standardweg zur Konfiguration und Inbetriebnahme einer Beleuchtungsanlage, die mit DALI-Vorschaltgeräten aufgebaut ist.
DOMIQ DALI Light ermöglicht die Steuerung von Beleuchtung im DALI-Standard direkt aus dem DOMIQ-System heraus. Das Modul gewährleistet eine bidirektionale Kommunikation mit DALI-Geräten, wodurch das System nicht nur Steuerbefehle senden, sondern auch deren Status sowie Störungsinformationen auslesen kann.
In der aktuellen Version des Systems DOMIQ Base 2.0 können Sie bis zu 21 DOMIQ DALI Light-Module verbinden. Jedes Modul bildet ein unabhängiges DALI-Segment, das bis zu 64 adressierte Betriebsgeräte unterstützt, wodurch eine Anlage mit bis zu 1344 DALI-Adressen aufgebaut werden kann.
Jedes Segment kann unabhängig konfiguriert und adressiert werden, und alle Segmente können gleichzeitig von der gemeinsamen Logik des DOMIQ-Systems genutzt werden.
In diesem Tutorial zeigen wir den grundlegenden Weg zur Inbetriebnahme einer Anlage:
- Nutzung von DALI in der DOMIQ-Automation und -Visualisierung,
- Vorbereitung des Systems,
- Erkennung und Adressierung der Geräte,
- Konfiguration der DALI-Geräte,
- Erstellen von Gruppen und Szenen,
- Steuerung der Beleuchtung,
- Verarbeitung von Störungsinformationen.
Was benötigen Sie?
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Für die Inbetriebnahme einer DALI-Anlage benötigen Sie:
- ein DOMIQ Base 2.0 mit der aktuellen Systemversion,
- mindestens ein DOMIQ DALI Light-Modul,
- eine ordnungsgemäß ausgeführte DALI-Bus-Verkabelung,
- kompatible DALI-Betriebsgeräte, z. B. LED-Treiber.
Ein DOMIQ DALI Light unterstützt ein Segment mit maximal 64 DALI-Adressen.
Wenn die Anlage eine größere Anzahl von Geräten erfordert, können Sie weitere Module hinzufügen:
- 1 × DOMIQ DALI Light → bis zu 64 DALI-Adressen,
- 2 × DOMIQ DALI Light → bis zu 128 DALI-Adressen,
- 3 × DOMIQ DALI Light → bis zu 192 DALI-Adressen,
- …
- 21 × DOMIQ DALI Light → bis zu 1344 DALI-Adressen.
Jedes weitere Modul bildet ein eigenes DALI-Segment. Die Segmente sind physisch voneinander unabhängig, bilden jedoch aus Sicht von DOMIQ ein einziges System und können durch gemeinsame Szenarien sowie eine globale Steuerung abgedeckt werden.
DOMIQ DALI Light Erweiterung #
Das Modul DOMIQ DALI Light Erweiterung dient dazu, eine bestehende Anlage um ein weiteres DALI-Segment zu erweitern. Sein Preis beinhaltet eine Inbetriebnahmelizenz, die den Betrieb mit dem angegebenen DOMIQ Base 2.0 ermöglicht.
Wird das Modul in eine andere Anlage mit einem anderen DOMIQ Base 2.0 übertragen, ist eine erneute Umprogrammierung sowie der Kauf einer neuen Inbetriebnahmelizenz erforderlich.
Ein bereits vorhandenes DOMIQ DALI Light-Modul kann ebenfalls als zusätzliches Segment verwendet werden, erfordert jedoch eine entsprechende Umprogrammierung und Lizenz.
1. DOMIQ DALI Light – Funktionen
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DOMIQ DALI Light gewährleistet eine bidirektionale Kommunikation mit den Geräten innerhalb eines bestimmten DALI-Segments.
Das System ermöglicht unter anderem:
- das Ein- und Ausschalten von Geräten,
- die Steuerung des Lichtniveaus,
- das Auslesen des aktuellen Ansteuerungsniveaus,
- das Auslesen von Störungsinformationen,
- die Erkennung von Stromversorgungsproblemen,
- die automatische Adressierung von Geräten,
- die manuelle Änderung von Adressen,
- die Zuordnung von Geräten zu Gruppen,
- das Erstellen von Lichtszenen,
- die Steuerung von DT8-Geräten, einschließlich RGB und Tunable White,
- die Nutzung des Beleuchtungsstatus in der Logik und den Ereignissen von DOMIQ.
Jedes Betriebsgerät kann eine Adresse aus dem Bereich 0–63 innerhalb seines Segments haben. Es kann außerdem bis zu 16 Gruppen zugeordnet werden und die Einstellungen von 16 Lichtszenen speichern.
Dank der Aufteilung in Segmente können dieselben Adressen in verschiedenen Segmenten auftreten — z. B. sind ein Gerät mit der Adresse 5 in Segment 1 und ein Gerät mit der Adresse 5 in Segment 2 unabhängige Elemente der Anlage.
2. Adressierung der Installation #
Die Konfiguration der Anlage sollte mit der Adressierung der DALI-Vorschaltgeräte beginnen. Das Light-Modul ermöglicht zwei Arten der Adressierung: vollautomatisch oder manuell. Alle hier beschriebenen Funktionen sind in der Oberfläche des Moduls DOMIQ Base 2.0 im Reiter DALI verfügbar.

2.1. Automatische Adressierung #
Diese Art ermöglicht die Programmierung der gesamten Anlage mit einem einzigen Klick. Bei der automatischen Programmierung stehen zwei Formen zur Auswahl. Handelt es sich um eine neue, noch nicht programmierte Anlage, sollte die Schaltfläche Alle im Bereich Zufällige Adressierung verwendet werden. Ihr Anklicken initiiert die Adressierung der gesamten Anlage. Nach Beginn des Adressierungsvorgangs erhalten die Leuchten Adressen aus dem Bereich 0 bis 63. Jedes Betriebsgerät in einem DALI-Segment muss eine eigene Adresse aus dem Bereich 0–63 haben. Die Zuweisung einer Adresse wird durch das Aufleuchten der jeweiligen Leuchte bestätigt. Es ist zu beachten, dass beim Start der Adressierung alle bisherigen Adressen gelöscht werden.
Wenn unsere Anlage hingegen bereits teilweise programmiert ist und wir neue Vorschaltgeräte hinzufügen, muss die Programmierung mit der Taste Nicht zugewiesen gestartet werden. Dadurch wird ein Adressierungsvorgang nur für jene Vorschaltgeräte ausgelöst, denen noch keine Adressen zugewiesen wurden, während die bisherige Adressierung unverändert bleibt. Auch hier wird die Adresszuweisung durch das Einschalten der Lampe bestätigt.
Im Feld Startadresse kann die Startadresse festgelegt werden, von der aus die Adressen im Rahmen der automatischen Adressierung vergeben werden.
Die automatische Adressierung wird auch manchmal als zufällige Adressierung bezeichnet. Es ist dadurch verursacht, dass bei der automatischen Adressierung die Adressen der Geräte zufällig zugeordnet werden. Die Adresse widerspiegeln also nicht die geordnete Montage der Lampen.
2.2. Manuelle Adressierung #
Wenn Sie die Reihenfolge der Adressen entsprechend der Reihenfolge der Montage der Vorschaltgeräte beibehalten möchten, sollten Sie zunächst die automatische Adressierung durchführen und anschließend die Option zur manuellen Adressänderung nutzen. Markieren Sie dazu die gewünschte Lampe in der Liste der verfügbaren Vorschaltgeräte, geben Sie im Abschnitt Adressierung die neue Adresse ein und bestätigen Sie diese mit der Schaltfläche „Einstellen. In einigen Fällen kann es erforderlich sein, die Adressen zwischen zwei Vorschaltgeräten zu vertauschen. In diesem Fall müssen zunächst beide Vorschaltgeräte die gleiche Adresse erhalten, und anschließend werden die Adressen „kreuzweise“ vertascht.
3. Konfiguration der Vorschaltgeräte #
3.1. Parametrisierung der Vorschaltgeräte #
Alle DALI-Vorschaltgeräte verfügen über eine Reihe werkseitig vordefinierter Parameter: Maximalwert, Minimalwert, Fehlerwert, Sprung und Rampe. Diese Parameter können über die Konfigurationsschnittstelle geändert werden. Im Fenster „Installationsübersicht“ sind die ersten 5 Spalten schreibgeschützt, während in allen übrigen Spalten die oben genannten Parameter des Vorschaltgeräts geändert werden können. Der neue Parameterwert wird automatisch an das Vorschaltgerät gesendet, sobald der Cursor an eine andere Stelle der Benutzeroberfläche bewegt wird.
3.2. Gruppen #
Jedes Ballastgerät kann maximal 16 Gruppen zugeordnet werden. Durch die Gruppierung lässt sich die Steuerung übersichtlich gestalten und entsprechend den festgelegten Vorgaben aufteilen – z. B. nach Räumen oder Bereichen innerhalb eines Raums usw. Die Gruppierung trägt zudem dazu bei, den Konfigurationsaufwand und den Datenverkehr auf dem Bus zu reduzieren, da anstelle vieler einzelner Befehle ein einziger Befehl an die Gruppe gesendet werden kann.
Das Zuweisen zu einer Gruppe ist ganz einfach – man muss nur das Kontrollkästchen neben der Nummer der gewünschten Gruppe anklicken. Wenn man das Kontrollkästchen deaktiviert, wird der betreffende Ballast aus der Gruppe entfernt.
Eine vollständige Liste der Befehle zur Steuerung von DALI-Gruppen findest du in der Dokumentation zum DOMIQ/Base-Modul.
3.3. Lichtszenen #
Jede Leuchte kann mit 16 programmierten Lichtszenen ausgestattet werden. Dies ermöglicht eine komfortable Steuerung des Beleuchtungsniveaus. Um eine Szene zu programmieren, wählen Sie diese aus der Liste aus, geben dann in der Spalte Helligkeit den gewünschten Helligkeitswert ein (Skala von 0 bis 100) und bestätigen mit der Schaltfläche Speichern. Um eine Szene zu laden, genügt ein Klick auf die Schaltfläche Laden.
Das Speichern und Laden von Szenen ist auch über Befehle möglich, die mit Tasten in der Remote-App, auf der Visualisierung oder z. B. als Reaktion auf ein Ereignis usw. verknüpft werden können.
Zum Laden von Szenen in einzelne Ballasts dient der folgende Befehl:C.DALI.1.evg.adr=load:xx, wobei adr die Adresse des Ballasts und xx die Szenennummer ist.
Um eine Szene in der ausgewählten Ballastgruppe zu laden, verwende den folgenden Befehl:C.DALI.1.group.g=load:xx, wobei g die Gruppennummer und xx die Szenennummer ist.
Das Speichern von Szenen mithilfe von Befehlen funktioniert analog; man muss lediglich das Wort load durch save ersetzen. Der Befehl zum Speichern der Szene weist der Szene die aktuelle Helligkeit zu.
4. Integration mit LCN #
Das DOMIQ/Base-Modul ermöglicht die direkte Steuerung des Light-Moduls über das LCN-System. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels zeigen wir Ihnen, wie Sie die DALI-Beleuchtung über LCN-Wandtaster steuern können. Um die Kosten zu minimieren, reicht es aus, ein beliebiges LCN-Logikmodul zu verwenden, an das Taster angeschlossen werden können, z. B. LCN–UPS oder LCN–SHS.
4.1. Konfiguration des LCN Moduls #
Das LCN-Modul muss so konfiguriert werden, dass Tastendrücke an das Base-Modul weitergeleitet werden. Verwenden Sie dazu den Befehl Tasten senden und geben Sie als Empfänger des Befehls das Base-Modul an. Die Definition des Befehls Tasten senden muss für alle DALI-Befehle wiederholt werden, die Sie über Wandtaster bedienen möchten. In unserem Fall beschreiben wir die Verwendung von vier Befehlen: Ein/Aus sowie heller/dunkler. Wir reservieren hierfür die Tasten D1 bis D4 mit dem Befehl Kurz und gehen davon aus, dass unser Modul die Adresse 10 hat.
4.1. Konfiguration des DOMIQ/Base Moduls #
Damit das Drücken der Tasten Befehle an das Light-Modul und weiter an den DALI-Bus sendet, müssen die entsprechenden Ereignisse definiert werden. In unserem Fall sind dies vier Ereignisse, jeweils für einen anderen DALI-Befehl. Die Definitionen sind alle analog, daher stellen wir nur das erste vollständig vor und weisen bei den folgenden auf die Unterschiede hin. Für dieses Beispiel gehen wir davon aus, dass der Befehl an das Vorschaltgerät mit der Adresse 1 gesendet wird.
- Fügen Sie ein neues Ereignis hinzu.
- Geben Sie im Feld Kanal Folgendes ein:
E.LCN.key.0.10.D1, und im Feld Wert:hit. - Klicken Sie im Abschnitt Aktionen auf Befehl hinzufügen… . Geben Sie im neuen Fenster im Feld Name Folgendes ein:
C.DALI.1.evg.1, und im Feld Wert Folgendes:on. - Wiederhole die Schritte 1 bis 3 für die übrigen Befehle. Denke daran, die Tastennummer zu ändern, und benenne die Befehle nacheinander in
off,upunddownum.
Dieses Beispiel lässt sich erweitern. Sie können den Aufruf der Szenen oder Steuerung der Gruppen hinzufügen usw. Ähnlich können Sie die Steuerung einer Gruppe realisieren.
4.3. Direktes Senden der DALI Kommandos #
Da sich das Base-Modul in LCN–Pro als Segmentkoppler darstellt, lässt die LCN–Pro-Software die Auswahl des Base-Moduls als Empfänger von DALI-Befehlen nicht zu. Dies ist jedoch möglich, indem man zunächst ein anderes LCN-Modul oder eine Gruppe als Empfänger der Tabelle zuweist und anschließend den Empfänger auf das Base-Modul umstellt. Die Vorgehensweise ist wie folgt:
- Als Empfänger wählen Sie ein beliebiges logisches LCN Modul.
- Wählen Sie als Befehlstyp DALI aus und legen Sie anschließend den Typ des zu sendenden Befehls fest.
- Speichern Sie die Konfiguration des Moduls.
- Ändere den Empfänger des Befehls auf das Base-Modul.
- Wiederhole die oben genannten Schritte für alle DALI-Befehle, die du über die LCN-Wandtaster steuern möchtest.
5. Benachrichtigungen über Störungen #
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, empfängt das Light-Modul dank der bidirektionalen Kommunikation Informationen von den Vorschaltgeräten über aufgetretene Störungen: Meldungen über den Ausfall einer Leuchtstoffröhre sowie über Stromausfälle. Im Hinblick auf die Wartung ist es von großem Wert, Benachrichtigungen über Störungen in der Anlage zu erhalten.
Das Base-Modul ermöglicht das Versenden von E-Mails. Im weiteren Verlauf dieses Kapitels zeigen wir Ihnen, wie Sie diese Funktion zum Versenden von Störungsmeldungen nutzen können. Da es zwei Arten von Störungen gibt, müssen für jede Art zwei separate Ereignisse definiert werden. In beiden Fällen ist die Definition nahezu identisch und verläuft wie folgt:
Zuerst zeigen wir das Ereignis, das über Stromausfall informiert.
- Fügen Sie ein neues Ereignis hinzu.
- Geben Sie im Feld Kanal Folgendes ein:
E.DALI.1.evg.%d+.powerfail, und im Feld Wert: 1. - Klicken Sie im Abschnitt Aktionen auf Befehl hinzufügen… . Geben Sie im neuen Fenster im Feld Name Folgendes ein:
SC.EMAIL.<ad-res1>, wobei<adres1>die E-Mail-Adresse ist, an die die Benachrichtigung gesendet werden soll. Es können mehrere Empfänger angegeben werden; in diesem Fall müssen die Adressen durch Kommas getrennt werden. Anwendungsbeispiele:- Einzelner Empfänger:
SC.EMAIL.service@example.comMehrere Empfänger:SC.EMAIL.service1@example.com,service2@example.com,ser-vice3@example.com.
- Ein einzelner Empfänger:
SC.EMAIL.service@example.com - Mehrere Empfänger:
SC.EMAIL.service1@example.com,service2@example.com,ser-vice3@example.com.
- Einzelner Empfänger:
- Geben Sie in das Feld Wert den Betreff der Nachricht ein und anschließend den Text der Nachricht, der durch ein Semikolon vom Betreff getrennt ist:
temat;treść. In unserem Fall teilen wir mit, welche Lampe von der Störung betroffen ist:Awaria zasilania;Wystąpiła awaria zasilania: balast $C1. - Auf die gleiche Weise erstellen wir ein Ereignis, das über den Ausfall einer Leuchtstoffröhre informiert. Im Feld Kanal ändern wir den Wert von
powerfailauflampfailund passen den Betreff sowie den Inhalt der Nachricht an. Die übrigen Schritte bleiben unverändert.
Die dargestellten Ereignisse werden ausgelöst, wenn eine beliebige Lampe ausfällt (dafür ist das Zuordnungsmuster %d+ verantwortlich).
6. DALI auf Visualisierung #
In diesem Kapitel zeigen wir, wie Status anzuzeigen und das DALI Modul auf Visualisierung zu steuern. Die Konfiguration ist sehr einfach:
- Füge das Element Licht zur Visualisierung hinzu.
- Geben Sie im Feld Kanal
DALI.1.evg.xxein, wobeixxdie Lampennummer ist. - Speichere die Konfiguration. Von hier aus können Sie das Licht ein- und ausschalten, und gleichzeitig wird der aktuelle Status des Vorschaltgeräts angezeigt.
Eine Beispielvisualisierung der DALI Installation wurde unten dargestellt:

Weitere Informationen zu den DALI-Steuerbefehlen sowie eine detaillierte Beschreibung der Konfigurationsschnittstelle findest du in der Konfigurationsanleitung für das DOMIQ/Base-Modul.